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Mit Rückenwind durch alle Jahreszeiten

„Ohne mein E-Bike könnte ich jetzt nicht mitfahren“, so eine Teilnehmerin der ADFC-Nachmittagstour am letzten Dienstag. Jede Woche treffen sich Senioren um 14 Uhr an Krefters Spieker zu einem Ausflug mit dem Fahrrad. „Mein Mann fährt immer zu schnell. Da hatte ich keine Lust mehr. Jetzt kann ich mithalten.“ Trotzdem fährt die Gruppe so gemütlich über Pättkes durchs Münsterland, dass unterwegs auch noch Zeit ist für ein Schwätzchen.
Alle sind sich einig: Die Pedelecs haben klare Vorteile: Sie bieten mehr Fahrspaß trotz Gegenwind oder Steigung, einen vergrößertem Aktionsradius und damit mehr Komfort und mehr Lebensqualität.
Frische Luft und Bewegung sind wichtige Komponenten für einen gesunden Lebensstil. Beim Radfahren werden Kalorien verbrannt, die Gelenke geschont und die Muskeln gleichmäßig beansprucht. Besser kann man seinen Körper nicht auf Trab bringen.
 Ein E-Bike ist die clevere Alternative zum regulären Radfahren, denn die Praxis zeigt, dass E-Bike-Nutzer häufiger Rad fahren als andere.
Das sind gute Argumente, die für das E-Bike sprechen. Aber immer häufiger kommt es zu Unfällen mit motorisierten Senioren. Schlagzeilen in der Presse schüren Ängste. Liest man die Statistiken  aber genauer, sind die E-Bike Nutzer nicht häufiger in Unfälle verwickelt als andere. Doch die Folgen sind wegen der höheren Geschwindigkeit oft schwerer. Außerdem fahren oft ältere Verkehrsteilnehmer, die körperlich nicht mehr so fit und nicht mehr so reaktionsschnell sind, Pedelecs.
 Wir sprachen mit dem Wüllener Fahrradhändler Dieter Gewers. „Ein Pedelec ist ein Fahrzeug“, so der Fachmann. „Viele ältere Radfahrer unterschätzen die Geschwindigkeit. Auch wenn die Geschwindigkeit auf 25 km/h begrenzt ist, so würde niemand normalerweise mit solch einer  Geschwindigkeit durch die Stadt oder über Kreuzungen fahren.“
Zu den negativen Testergebnissen der Stiftung Warentest meinte er: „Bei mir gab es noch nie ein Fahrrad mit Rahmenbruch oder Bremsversagen. Unsere Fahrräder werden vom TüV geprüft und zugelassen. Die Testbedingungen der Stiftung Warentest waren unrealistisch und die Gewichtung einzelner Kriterien wie „Funkstörung“ übertrieben".
Die Discounter und Baumärkte bieten E-Bikes unter 1000 € an. „Guten Gewissens kann ich aber kein E-Bike unter 1700 € anbieten“, so Dieter Gewers. Wer ein Pedelec kauft, wird beim Fachhändler auch in den richtigen Gebrauch der Motorunterstützung eingewiesen. Die meisten Motoren lassen sich in verschiedenen Stufen zuschalten. Wenn der Nutzer aufhört zu treten, hört auch der Motor auf. Angst, dass das Fahrrad selbstständig weiterfährt, braucht man nicht zu haben. Bei Bedarf kann die Motorleistung vom Fachmann auch später noch nachjustiert werden.

Die Räder mit den neuen Mittelmotoren sind voll im Trend. Die Kraft wird direkt auf die Pedale übertragen. Der Schwerpunkt liegt in der Mitte, was der Lenkung zu Gute kommt. Bei Vorderradmotoren ist es schwerer das Rad zu lenken oder über den Bordstein zu heben.

Die Kreispolizei Borken bietet 3,5 stündige Forbildungen unter dem Motto „Nicht nur darüber reden - testen und praktische Erfahrungen machen“ an.
„Welches Pedelec passt zu mir? Welche Situationen im Straßenverkehr stellen ein hohes Risiko dar?“ Die Teilnehmer lernen die unterschiedlichen Antriebskonzepte, Fahreigenschaften, Schiebehilfe, Lichtanlage, Bremssysteme kennen.
Rechtliche Informationen (Versicherungspflicht, Helmpflicht, Radwegebenutzung) und die Aufarbeitung typischer Konfliktsituationen von Zweiradfahrern im Straßenverkehr runden den Kurs (Dauer: Theorie und Praxis ca. 3,5 Stunden) ab.
Interessenten melden sich beim Kreissportbund (Waldemar Zaleski: 02862 4187941) oder beim Fachbereich Verkehr (Bernhard Sieverding: 02861 822030).
 
Karola Möller lässt sich die Steuerung des E-Bikes vom Fachmann erklären. Nach einer Probefahrt war ihr Resümee: „Ist wirklich nicht schwer. So eine Probefahrt ist echt verführerisch. Aber auch ohne elektrische Unterstützung fährt das Fahrrad ganz leicht.“