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Informationen zum Thema Ambulante Pflege

 

Pflege in den eigenen vier Wänden - was tun, wenn im Krankheits- oder Pflegefall zuhause Hilfe in Anspruch genommen werden muss?

 

Muss aufgrund einer Krankheit eines Familienmitglieds fremde Hilfe in Anspruch genommen werden, stellen sich die Fragen: Wie finde ich einen ambulanten Pflegedienst in meiner Nähe? An wen kann ich mich wenden, wenn ich zuhause auf Hilfe anderer angewiesen bin? In wie weit habe ich Anspruch auf Pflege, Betreuung und hauswirtschaftliche Versorgung? Welche Rechte habe ich, Leistungen in Anspruch zu nehmen? Zu diesen und weiteren Fragen möchten wir Ihnen hier Informationen geben.

 

1. Wie finde ich einen Ambulanten Pflegedienst:

Welchen Pflegedienst Sie wählen, steht Ihnen frei. Wichtig ist, dass der Pflegedienst einen Versorgungsvertrag mit der Pflegekasse abgeschlossen hat. Hier in unserem Seniorenportal finden Sie anhängend entsprechende Anbieter ambulanter Pflegedienste.

 

2. Unter welchen Bedingungen habe ich Anspruch auf Leistungen aus der Pflegekasse: 

Um Pflegeleistungen aus der Pflegekasse voll in Anspruch nehmen zu können, muss der Antragsteller in den letzten 10 Jahren vor Antragstellung mindestens 2 Jahre in die Pflegekasse als Mitglied eingezahlt haben oder familienversichert gewesen sein (sog. Vorversicherungszeitraum).

 

3. Antragstellung bei der Pflegekasse:       

Dazu benötigt wird ein Antragsformular, welches bei der Pflegekasse angefordert werden kann, bzw. im Internet herunter geladen werden kann. Es kann direkt am Bildschirm ausgefüllt und per Email an die Pflegekasse gesendet werden. Beim Ausfüllen des Antragsformulars sollte ein Angehöriger oder der Ambulante Pflegedienst behilflich sein.

Es sollte von den Pflegenden ein Pflegetagebuch geführt werden bzgl. Zeitaufwand für welche Tätigkeiten. Ärztliche Befunde, ggf. Röntgenaufnahmen, Arztbriefe sollten vorliegen für den Medizinischen Dienst.

 

4. Begutachtung durch den Medizinischen Dienst (MDK).

Ist der Antrag bei der Pflegekasse eingegangen und bearbeitet, kündigt der Medizinische Dienst schriftlich seinen Besuch an und begutachtet den Patienten zuhause hinsichtlich der Pflegebedürftigkeit. Der Pflegebedürftige sollte dann nicht alleine sein, Angehörige und der Ambulante Pflegedienst sollten ebenfalls anwesend sein.

Wichtig: Der Begutachter des Medizinischen Dienstes sollte einen realistischen Einblick in den Alltag des Pflegebedürftigen haben. Pflegebedürftige entwickeln häufig falschen Ehrgeiz und wollen unter Anstrengung einen besseren Eindruck ihrer Situation vermitteln, als dies in Wirklichkeit der Fall ist. Im schlechtesten Fall erhält der Antragsteller dann trotz Bedarf keine Pflegestufe.

Der MDK-Begutachter leitet das Pflegegutachten an die Pflegekasse weiter, die dann über die Pflegestufe entscheidet und den Antragsteller schriftlich über das Ergebnis informiert.<media 3267 - - "APPLIKATION, Pflegestufen, Pflegestufen.pdf, 15.8 KB"> Informationen über die Pflegestufen finden sie [hier].</media>

Sollte der Antrag abgelehnt werden, kann innerhalb von vier Wochen Widerspruch gegen die Entscheidung eingelegt werden.

 

5. Leistungen der Pflegekasse für Pflegehilfsmittel

Die Pflegekasse übernimmt ggf. auch Kosten für Pflegehilfsmittel, die die häusliche Pflege erleichtert. Dabei wird zwischen zwei Arten von Pflegehilfsmitteln unterschieden:

  • zum Verbrauch bestimmte Pflegehilfsmittel z. B. Verbandsmaterial
  • technische Pflegehilfsmittel, wie z.B. Pflegebett oder Hausnotrufsystem, wobei diese bevorzugt geliehen werden.

Detaillierte Auskünfte und individuelle Informationen geben auch die Pflegeberatungen der Krankenkassen.