Ein Besuch bei den RETRONERDS

Im K+K Center, neben dem Next, haben die RetroNerds ein neues Zuhause gefunden.

Christian Thieme und Markus Kühn begrüßten unser Redaktionsteam am Eingang zur 1. Etage über dem K+K-Center. Nach dem Gang durch einen hellen Flur öffnete sich vor uns eine Tür in eine surrealen Welt aus Lichtern und Sounds. Im Halbdunkel funkelten die Spielautomaten um die Wette. Selbst im Demomodus schallten aus allen Ecken Gebimmel und Gejaule der alten Arcade-Automaten und Flipper.

Einige von uns fühlten sich sofort in die Jugend zurückversetzt, als man nach der Schule ein paar Groschen in die Flipper steckte und doch immer gegen die Maschine verlor.

“Keine Angst”, baute Markus Kühn vor. “Sie brauchen hier keine Säcke voll 50 Pfennig Stücken. Wir können alle Automaten auf Knopfdruck starten.

Aber bevor wir uns der “Spielsucht” hingeben durften, führte er uns durch den großzügig angelegten Saal. Schnell erkannten wir, dass die Geräte nach einer gewissen Ordnung aufgestellt wurden: Flipper aller Generationen stehen in einer Reihe. An der Wand schließen sich alte Spielautomaten aus Gaststätten und Spielhallen an.

Besonders nett gemacht ist das Wohnsimmer mit Plüschsofa und dem ersten Videospiel auf dem Fernseher. Daneben ist das Jugendzimmer aus den 70ern mit dem Amiga 500. und es gibt eine eigene Ecke mit Spielekonsolen aus der ehemaligen DDR.

Viel Arbeit steckt in der Ausstellung:  Die Geräte müssen instandgehalten werden und auch restauriert werden.  “Da hilft uns Google”, so Christian Thieme. “Manche Geräte kommen aus dem Ausland. Wenn wir Glück haben, mit Schaltplan. Aber keiner kann Spanisch oder Italienisch, Da hilft uns GoogleTranslate.

In der Werkstatt zeigt er uns die neueste Errungenschaft: einen Kicker aus dem Jahre 1938, der noch für die Ausstellung hergerichtet werden muss.

Für Mitglieder ist freitagabends Zeit zum Spielen aber auch zum Arbeiten. Für die Öffentlichkeit ist alle zwei Wochen samstags geöffnet. “Mehr können wir nicht schaffen”, so Christian Thieme. “Wir arbeiten alle ehrenamtlich.”

Seit März ist das Museum für Videospielgeschichte und –Kultur geöffnet: Auf gut 400 Quadratmetern stehen alte Flipper- und Arcade-Automaten, erste Heimcomputer, Spielekonsolen und Computerspiele.

Info:

Die Retro Nerds wurden 2017 als Interessengemeinschaft für klassische Arcadeautomaten gegründet, daraus wurde im November 2018 dann der gemeinnütziger Verein, Retro Nerds Münsterland e.V.

Von elektromechanischen Geräten aus der Zeit vor 1975, bis hin zu den Klassikern aus der Blütezeit der Telespiele (zwischen 1979 – 1984), wie Space Invaders, Ms. Pac Man, usw., fand sich alles im Vereinsbestand.

Öffnungszeiten und Eintrittskarten werden online angeboten: https://retronerds-muensterland.de/faq

Eintrittspreise staffeln sich je nachdem, um welche Uhrzeit ein Besucher kommt. Geöffnet ist samstags bis 21 Uhr. Wer schon ab 14 Uhr an die Geräte möchte, zahlt 17 Euro. Ab 19 Uhr kostet der Eintritt nur noch 7 Euro.