Ist doch Ehrensache! Wie Menschen sich für Ahaus engagieren
Burkhard Helling (73) ist gebürtiger Ahauser und wurde vor fast 30 Jahren ehrenamtlicher Aktivist. „Meine Frau Christa und die Kinder haben mich da reingedrängt“, erzählt er schmunzelnd. Seitdem hat er die Bürgerinitiative „Kein Atommüll in Ahaus“ entscheidend mitgeprägt. Gemeinsam mit Gründungsmitglied Hartmut Liebermann und anderen Mitstreitern half er, die Initiative zu vergrößern und bekannt zu machen. Sie eröffneten ein eigenes Büro und machten die BI-Wiese gegenüber dem Brennelemente-Zwischenlager mit großen Veranstaltungen zum Treffpunkt.
Burkhard Helling war von 1997 bis 2006 der erste Vorsitzende der Initiative – eine Zeit, in der die großen Castortransporte aus Neckarwestheim, Gundremmingen und Rossendorf stattfanden. Seit März dieses Jahres ist er wieder an der Spitze, zusammen mit Janna Dujesiefken, um den Generationswechsel einzuleiten. Zu seinen Aufgaben gehören die Vernetzung mit anderen Initiativen in ganz Deutschland, die Teilnahme an Konferenzen und der Kontakt zu Politik, Polizei, Presse und Landwirten.
Die Arbeit ist umfangreich und fordert vollen Einsatz. Burkhard Helling ist sich bewusst, dass er das nicht allein stemmen kann. „Man läuft da ganz schön auf dem ‚Notstromaggregat‘“, sagt er. Ohne die Unterstützung seiner Familie und der anderen Mitglieder wäre das alles nicht machbar. Auch wenn die Pressearbeit von Pressesprechern übernommen wird, steht er oft spontan für Interviews mit TV-Sendern oder Zeitungen aus dem ganzen Land zur Verfügung.
Seine Motivation ist seit fast 30 Jahren die gleiche: die Sorge, dass Ahaus zu einem „Endloslager“ und „Atommüllklo“ für ganz Deutschland werden könnte. Er und seine Mitstreiter stemmen sich mit aller Kraft gegen die drohende „größte und unsinnigste Castor-Lawine der Bundesrepublik Deutschland“ aus Jülich und Garching. „Wir hoffen noch, diese verhindern zu können“, erklärt er und ruft die Ahauser dazu auf, wieder zahlreich zu den Demos und Mahnwachen zu kommen.
Burkhard Helling erinnert sich gerne an den Moment, als er und seine Mitstreiter erstmals Ehrenamtskarten erhielten. Das war eine offizielle Anerkennung ihrer Arbeit, die für viele von ihnen jahrelang mit Anfeindungen und Nachteilen verbunden war.

