– leichter gesagt als getan. Viele Menschen kennen das Gefühl, sich über Worte, Kritik oder das Verhalten anderer lange Gedanken zu machen. Sie grübeln zu viel und verlieren sich in Selbstzweifel.
„Wenn jemand Sie kritisieren oder verletzen will, sagen Sie „Interessant …“, ohne auf die Kritik einzugehen. Wenn Sie das sagen und eine Pause machen, behalten Sie die Oberhand“, so der Rat der Coachin.
Sonja Hüls, Coachin und Heilpraktikerin für Psychotherapie erläuterte in ihrem Vortrag praxisnah, wie Gedanken die Gefühle beeinflussen und warum es so wichtig ist, mental gut für sich zu sorgen.
„Bleiben Sie ruhig. Seien Sie stark, versuchen Sie sich zu erden und erst einmal ruhig durchzuatmen. Was wäre die Alternative?! Sie versuchen sich zu rechtfertigen oder zu entschuldigen und gehen dabei in die Defensive.“ so der Rat von Hüls.
„Kritik ist wie eine Klette, die bleibt ewig hängen und Lob prallt bei ihnen ab wie bei Teflon! Nehmen Sie das Lob an und nehmen Sie die Kritik nicht persönlich, wenn’s um die Sache geht. Denken Sie, „nicht ich werde abgelehnt, sondern ich denke gerade, dass ich abgelehnt werde. Was weiß ich wirklich? Was interpretiere ich? Auch, wenn mich jemand ärgern will, ich entscheide selbst, ob ich mich ärgern lasse,“ riet sie den Anwesenden.
Die über 100 Teilnehmenden fühlten sich immer wieder angesprochen von den Erfahrungen und den Ratschlägen der Referentin. „Viele Menschen sind zu nett, sie mögen nicht nein sagen. Sie haben Angst, andere zu verletzen oder nicht mehr dazuzugehören. Denken Sie zuallererst an sich und Ihre Gesundheit“, so der Rat. Sagen Sie nicht Ja, wenn Sie Nein meinen. Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen. Eine mögliche Antwort wäre: „ich prüfe das und melde mich.“
Vielfältige Beispiele zum Thema aus ihrer eigenen Erfahrung würzten den Vortrag. Und immer wieder fragte sie: „Stimmt doch?“ Ein mehr oder weniges lautes Murmel zeigt ihr, dass sie den Nerv der Zuschauer getroffen hatte.
Das ermutigte sie, ihr Publikum mitzunehmen zu ein paar Übungen: „Machen Sie jetzt ihrem Nachbarn links und rechts ein spontanes Kompliment!“ Einen Augenblick stutzten alle, aber dann war der Saal gefüllt mit gegenseitigen Nettigkeiten. „Na, sehen Sie, geht doch. Und jetzt zeigen Sie alle mal den Daumen hoch. Das hebt die Stimmung.“
Nach einer meditativen Atemübung gab Sonja Hüls den meist älteren Zuhörern einen guten Rat mit auf dem Weg: „In der ersten Lebenshälfte fragen wir oft, was erwarten die anderen von mir. In der zweiten Lebenshälfte können Sie ganz gelassen fragen: Was ist mir wirklich wichtig? Welche Rollen muss ich noch spielen? Welche innere Freiheit ist jetzt dran?“
Das Publikum dankte für den heiteren und lebensnahen Vortrag mit einem herzlichen Applaus.
Zum Treff 55+ hatten Sybille Großmann, Stadt Ahaus und Jutta Schulte, Freiwilligenagentur, handfest eingeladen.

