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Ochtruper Nachtigall und Siebenöhriger

Was es damit auf sich hat, erfuhr die Ahauser Gruppe von „Treff 55 plus Kultur“ im April im Töpfereimuseum in Ochtrup. Hier wurden die Gäste von Frau Withut herzlich im ehemaligen Wohnhaus der Töpferfamilie Eiling begrüßt, das aus dem Jahre 1678 stammt. Die gelernte Töpferin erläuterte gekonnt die Einrichtung und die Wohnsituation der Töpferfamilie zur Zeit der Jahrhundertwende um 1900 und danach. Frau Withut brachte den aufmerksamen Zuhörern die Geschichte der Töpferei in Ochtrup nahe, beginnend mit dem Mittelalter und der Blütezeit im 18.und 19. Jahrhundert, wo nachweislich 23 Töpfereien in Ochtrup bestanden. Grundlage waren die rötlichen Tonvorkommen, die ebenso von den Bentheimer und Gildhauser Bauern beansprucht wurden und sogar zu blutigen Kämpfen führten.

Zum Geschäft der Töpfer gehörte nicht nur das Heranholen und die Aufbereitung des Rohstoffes so wie die Produktion von Tellern, Schüsseln, Krügen, Töpfen und „Knabbelkümpkes“, sondern auch der Vertrieb durch Kiepenkerle vor allem im Münsterland, nach Holland hinein und im Emsland. Als Besonderheit waren vor allem die „Ochtruper Nachtigall“ – eine sogenannte Wasserflöte – und der „Ochtruper Siebenöhrige“, ein Nachttopf mit sieben Henkeln bekannt.

Frau Withut ließ es sich nicht nehmen, die Arbeit der Töpferin an einer alten Drehscheibe praktisch vorzuführen und zu erklären.

Den Abschluss bildete ein Besuch der Keramikausstellung der Stadtlohner Künstlerin Irene Cebaus mit interessanten und ansprechenden Figuren im Nebenhaus.