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"Verletzte Seelen verstehen - Zum Umgang mit Traumata"

Zum 1. Termin von 55plus nach der Sommerpause hatten Frau Großmann und Frau Litmeier den Supervisor und Fachberater für Psychotraumatologie Jürgen Hilleke eingeladen.

 

Aus persönlichen Erfahrungen heraus, gelang es ihm verständlich zu erklären, was traumatische Erfahrungen mit Menschen machen.Der Begriff Trauma steht für eine überwältigende, den Menschen erschütternde Erfahrung, die im Unterbewusstsein noch lange wirksam ist.

Zu allen Zeiten haben Menschen traumatische Erfahrungen gemacht, aber erst seit dem 19. Jahrhundert hat man begonnen, sich wissenschaftlich damit auseinanderzusetzten. ( Freud )

Die Veteranen aus dem Vietnamkrieg und die Frauenbewegung in den USA  sorgten dafür, dass die Posttraumatische Belastungsstörung auch als Erkrankung anerkannt wurde.

In Deutschland wurden jedoch  seelische Erkrankungen aus dem 1. und 2. Weltkrieg nicht als Folge von Kriegstraumata anerkannt.

Bei einer Posttraumatischen Belastungsstörung  geht es immer um ein subjektives Erleben. 

Etwa ein Drittel der Menschen machen während ihres Lebens eine traumatische Erfahrung, aber nicht bei jedem führt sie zu einer psychischen Erkrankung. 

Erwähnenswert ist noch, dass durch Menschen verursachte Traumata schwieriger zu bewältigen sind, als durch Naturkatastrophen hervorgerufene.

Zu den vielfältigen Symptomen, die auftreten können, gehören die sogenannten "Flashbacks", die plötzlich auftreten und bei denen die Betroffenen das traumatische Erlebnis immer wieder durchleben.

Bei einigen Menschen tritt auch ein Vermeidensverhalten auf, d.h., dass Orte und Situationen, die an das Geschehen erinnern, vermieden werden.

Auch Erinnerungslücken sind eine natürliche Bewältigungsreaktion der Seele.

Ein Bereich des Gehirns schottet die Seele vor Unerträglichem ab.

Im Umgang mit Traumatisierten ist es wichtig zu wissen, dass nicht der Betroffene "verrückt" ist, sondern die Situation, mit der er konfrontiert war. Auf keinen Fall sollte man traumatisierte Personen ausfragen oder bedrängen. Wichtig für die Erholungsphase sind Solidarität, Wertschätzung, sowie  soziale Kontakte, die Sicherheit, Stabilität und Normalität geben. Zwei Drittel der Betroffenen verarbeiten ein traumatisches Erlebnis relativ gut.

Kann man von einem Trauma geheilt werden? Ein gutes Netzwerk von Trauma Ambulanzen, dass man schnell einen Termin für ein Erstgespräch bekommt.

Nach Jürgen Hilleke ist man geheilt, wenn man über das Trauma reden kann, aber nicht reden muss.